Beratung für ältere Migranten/innen

Neues telefonisches Angebot in Zeiten der Corona-Pandemie

Zur Beratung und bei Sorgen – Hilfe ab sofort am Telefon

An verschiedenen Standorten in Oberhausen sorgt das Team von »pro wohnen international e.V.« bereits seit nunmehr zwölf Jahren dezentral für eine mehrsprachige Beratungsleistung für ältere Menschen und deren Angehörige. Im Auftrag der Stadt Oberhausen werden Themen wie Gesundheit und Pflege, Altenhilfe, aber auch Fragen zu Hilfsmitteln oder Pflegegradeinstufung besprochen. Corona-bedingt konnten die Sprechstunden an öffentlichen Einrichtungen und Orten (wie dem BERO-Center oder dem Technischen Rathaus) zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger und des »pro wohnen«-Teams nicht wie gewohnt stattfinden. Nun soll eine telefonische Beratung an gleich fünf Tagen in der Woche unkompliziert Abhilfe schaffen. Diese Hilfeleistung ermöglicht es, Menschen mit Migrationshintergrund bestmöglich zu informieren – und das sogar in unterschiedlichen Sprachen.

OBERHAUSEN. „Natürlich ist es schade, dass zurzeit kein persönlicher Kontakt zustande kommen kann“, bedauert Neşe Özçelik (Geschäftsführerin »pro wohnen international e.V.«). Dabei habe man doch im zurückliegenden Jahr und in den Anfangsmonaten 2020 eindeutig den Bedarf nach Gesprächsmöglichkeiten erfahren. „Mehr als 2.000 Beratungsgespräche haben wir im vergangenen Jahr geführt, da sind Folgegespräche noch nicht eingerechnet“, so Özçelik weiter. Das in diesen Jahren aufgebaute Vertrauen zu den Oberhausener Bürgern leidet, da aufgrund der Corona-Pandemie die Beratungsstellen eingestellt wurden. Zusammen mit ihrem Team fasste die Geschäftsführerin einen Entschluss: „Wir haben daher entschieden, ein Beratungs- und Sorgentelefon einzurichten.“ Unter der Telefonnummer 0208/ 30443807 ist von montags bis freitags (9 bis 12 Uhr) eine mehrsprachige niederschwellige Beratung zu Themen möglich. Hierzu zählen etwa das Abklären akuter Bedarfe, Gesundheit und Pflege sowie die Hilfe bei altersgerechten Hilfsmitteln, barrierefreiem Wohnen bis hin zu Informationen zur Pflegegradermittlung. „Auch gibt es Folgegespräche oder die Weiterleitung an Spezialisten aus unserem Netzwerk“, berichtet Zahide Derin aus dem Team.

Das telefonische Angebot gilt für SeniorInnen und Kinder, die es nicht persönlich schaffen, in den Geschäftsräumen des Vereins an der Wasgenwaldstraße 49 vorbeizuschauen. Unter Einhaltung der bekannten Hygiene- und Schutzmaßnahmen findet dort aber auch nach wie vor ein persönlicher Austausch statt. Was alle Angebote eint, ist, dass das »pro wohnen«-Team nicht nur mehrsprachig (deutsch, türkisch, polnisch, russisch u.v.m.) antworten kann, auch können die Mitarbeiterinnen bereits beim Kennenlernen auf die kulturellen Besonderheiten des Gegenübers eingehen. Ein sehr bedeutender Schritt. „Die Erfahrung zeigt, dass wir so Vertrauen gewinnen können und die Bürgerinnen und Bürger dann viel offener über ihre Situation sprechen. Oft fällt ihnen ein Stein vom Herzen. Sie fühlen sich endlich richtig verstanden. Durch die Sprache und die Kenntnis der kulturellen Bedürfnisse ist dieses Angebot derzeit einzigartig.“ Das Beratungs- und Sorgentelefon ist bis Ende des Jahres 2020 als feste Kontaktmöglichkeit eingeplant.